Echte Edelsteine erkennen – worauf Sie beim Schmuckkauf achten sollten

Ist der Mondstein wirklich ein Mondstein? Besteht der angebotene Larimar tatsächlich aus natürlichem Pektolith? Und lässt sich ein echter Edelstein überhaupt am Aussehen erkennen? Wer Edelsteinschmuck online kauft, kann diese Fragen meist nicht selbst beantworten. Moderne Imitationen können natürlichen Edelsteinen so ähnlich sehen, dass sie mit bloßem Auge nicht zuverlässig zu unterscheiden sind. Umso wichtiger sind beim Kauf korrekte Materialangaben, transparente Bezeichnungen und eine fachkundige Kontrolle der verwendeten Steine.

Echte Edelsteine erkennen

Kann man echte Edelsteine am Aussehen erkennen?

Farbe, Transparenz, Zeichnung oder Einschlüsse können für einen Edelstein typisch sein. Ein sicherer Echtheitsnachweis sind sie jedoch nicht.

Das Institut für Edelsteinprüfung (EPI) weist darauf hin, dass Edelsteine durch künstliche Produkte wie Glas und Synthesen, aber auch durch andere natürliche Minerale imitiert werden können. Moderne Imitationen sind teilweise so gut, dass eine Unterscheidung mit bloßem Auge nicht mehr möglich ist.

Deshalb wäre ich vorsichtig mit allgemeinen Tipps wie „Echte Edelsteine haben immer Einschlüsse“ oder „Natursteine sind nie gleichmäßig gefärbt“. So einfach lässt sich die Echtheit eines Steins nicht beurteilen.

Was kann sich hinter einem vermeintlichen Edelstein verbergen?

Nicht alles, was wie ein bestimmter Edelstein aussieht oder unter einem entsprechenden Namen angeboten wird, muss tatsächlich dieser Stein sein.

Es kann sich beispielsweise um ein anderes natürliches Mineral, eine Imitation aus Glas oder ein synthetisch hergestelltes Material handeln. Hinzu kommen natürliche Edelsteine und Schmucksteine, deren Aussehen nachträglich verändert wurde.

Für Käufer ist deshalb nicht nur die Frage wichtig, ob ein Stein „echt“ ist. Ebenso wichtig ist: Welches Material wurde tatsächlich verarbeitet und wurde es korrekt bezeichnet?

Ein Beispiel: Wenn „echter Larimar“ aus Glas besteht

Wie schwierig die Beurteilung anhand eines Produktbildes sein kann, zeigt ein vom EPI dokumentierter Fall.

Als „echte Larimarketten“ angebotene Schmucksteine wurden gemmologisch untersucht. Das Ergebnis: Das Material bestand vollständig aus Glas.

Neben künstlichen Imitationen gibt es bei Larimar außerdem natürliche Minerale, die mit ihm verwechselt werden können. Das EPI nennt beispielsweise blauen Calcit, Aragonit, Smithsonit und Hemimorphit.

Das Beispiel zeigt sehr deutlich, warum ein blau-weiß gemusterter Stein nicht allein aufgrund seines Aussehens als Larimar identifiziert werden kann.

Natürlich bedeutet nicht automatisch unbehandelt

Ein weiterer Punkt wird beim Edelsteinkauf häufig übersehen: Ein natürlicher Edelstein kann nachträglich behandelt worden sein.

Behandlungen werden unter anderem eingesetzt, um Farbe oder Transparenz eines Materials zu verändern. Deshalb empfiehlt das EPI Käufern, zwei Fragen zu stellen:

Ist der Stein natürlich?

Ist der Stein unbehandelt?

Bei Schmuck ist eine klare und fachlich korrekte Materialbeschreibung deshalb wesentlich aussagekräftiger als werbliche Begriffe wie „echter Naturstein“, wenn nicht genauer erklärt wird, welches Material tatsächlich verarbeitet wurde.

Vorsicht bei Handelsnamen

Auch Handelsnamen können für Verwirrung sorgen. Sie müssen nicht zwangsläufig der mineralogischen Bezeichnung eines Steins entsprechen.

Ein Beispiel ist der Regenbogenmondstein. Trotz seines gebräuchlichen Handelsnamens handelt es sich mineralogisch um Labradorit. Der klassische Mondstein wird dagegen der Feldspatgruppe zugeordnet.

Solche Handelsnamen müssen kein Problem sein, solange transparent angegeben wird, um welches Mineral es sich tatsächlich handelt.

In meiner Edelstein-Übersicht finden Sie die bei KARYSMA® verwendeten Edelsteine und weitere Informationen zu den einzelnen Steinen.

Woran kann ich mich beim Kauf von Edelsteinschmuck orientieren?

Wenn Sie einen Edelstein selbst nicht sicher beurteilen können, wird die Transparenz des Anbieters umso wichtiger.

Achten Sie darauf, ob der verwendete Stein konkret benannt wird. Bei einem Handelsnamen sollte nachvollziehbar sein, welches Mineral dahintersteht. Auch bekannte Behandlungen sollten transparent angegeben werden.

Vorsicht ist angebracht, wenn außergewöhnliche Steine zu auffällig niedrigen Preisen angeboten werden oder die Materialbeschreibung hauptsächlich aus klangvollen Bezeichnungen besteht, ohne das tatsächliche Mineral eindeutig zu nennen.

Das EPI empfiehlt außerdem, sich vor dem Kauf über die verschiedenen Namen eines Steins sowie mögliche Imitationen und Verwechslungen zu informieren.

Warum ich bei KARYSMA® auf GKS-zertifizierte Edelsteine setze

Als Schmuckherstellerin kaufe auch ich meine Edelsteine bei Lieferanten ein. Deshalb möchte ich mich nicht ausschließlich darauf verlassen, dass eine Handelsbezeichnung korrekt ist.

KARYSMA® arbeitet mit Edelsteinen aus Gemmologisch Kontrollierter Steinqualität (GKS). Das GKS-System beruht unter anderem auf festgelegten Regeln für die Benennung und Deklaration von Edelsteinen.

Nach den GKS-Richtlinien sind nur natürliche Edelsteine, Mineralien, Gesteine und natürliche mineralische Produkte zertifizierbar. Künstliche Produkte wie Glas und Synthesen sind von der GKS-Zertifizierung ausgeschlossen. Außerdem müssen Mineralien und Edelsteine mit ihrer korrekten mineralogischen Bezeichnung angegeben werden. Handelsnamen dürfen verwendet werden, wenn die mineralogische Bezeichnung ergänzt wird.

Damit erhalten Sie beim Kauf meines Edelsteinschmucks eine zusätzliche Sicherheit hinsichtlich der verwendeten Materialien und ihrer Bezeichnung.

Mehr darüber erfahren Sie auf meiner Seite GKS-zertifizierte Edelsteine bei KARYSMA®.

Natursteine dürfen unterschiedlich aussehen

Die gemmologische Kontrolle bedeutet nicht, dass jede Edelsteinperle vollkommen identisch aussieht.

Ganz im Gegenteil: Beim Anfertigen meiner Schmuckstücke sehe ich täglich Unterschiede innerhalb derselben Edelsteinart. Farbe, Zeichnung und Transparenz können variieren.

Bei der Zusammenstellung eines Armbands oder einer Kette achte ich deshalb darauf, dass die einzelnen Perlen miteinander harmonieren. Die natürlichen Unterschiede des Materials dürfen dabei sichtbar bleiben.

Genau das ist für mich einer der schönen Aspekte bei der Arbeit mit echten Edelsteinen.

Häufige Fragen zu echten Edelsteinen

Wie erkenne ich einen echten Edelstein?

Mit bloßem Auge lässt sich die Echtheit vieler Edelsteine nicht zuverlässig bestimmen. Andere natürliche Minerale, Glas oder synthetische Materialien können einem Edelstein sehr ähnlich sehen. Im Zweifelsfall ermöglicht eine gemmologische Untersuchung eine fachkundige Bestimmung.

Kann man echte Edelsteine an Einschlüssen erkennen?

Einschlüsse können bei natürlichen Edelsteinen vorkommen, sind allein aber kein zuverlässiger Echtheitsnachweis. Auch Imitationen können Merkmale aufweisen, die für Käufer natürlich wirken.

Sind echte Edelsteine immer unregelmäßig?

Nein. Unterschiedliche Farben, Zeichnungen oder Einschlüsse können bei Natursteinen vorkommen. Aus einem besonders gleichmäßigen oder unregelmäßigen Aussehen allein lässt sich jedoch nicht sicher ableiten, ob ein Stein natürlich ist.

Was ist eine Edelstein-Imitation?

Eine Imitation soll einem bestimmten Edel- oder Schmuckstein ähnlich sehen. Dafür können beispielsweise künstliche Materialien wie Glas oder andere natürliche Minerale verwendet werden.

Sind behandelte Edelsteine trotzdem echt?

Ein natürlicher Edelstein kann nachträglich behandelt worden sein. Deshalb sind die Fragen nach dem natürlichen Ursprung und einer möglichen Behandlung zwei unterschiedliche Punkte. Entscheidend ist eine transparente Bezeichnung.

Was bedeutet GKS-zertifiziert?

GKS steht für Gemmologisch Kontrollierte Steinqualität. Das Zertifizierungssystem legt Regeln für die korrekte Benennung und Deklaration von Edelsteinen fest. Künstliche Produkte wie Glas und Synthesen sind nicht GKS-zertifizierbar. Ausführliche Informationen finden Sie auf meiner Seite über zertifizierte Edelsteine.

Kann ich echte Edelsteine sicher online kaufen?

Beim Onlinekauf können Sie einen Stein nicht selbst untersuchen. Achten Sie deshalb auf nachvollziehbare Materialangaben, korrekte Bezeichnungen und Informationen darüber, wie der Anbieter seine Edelsteine kontrolliert. Bei KARYSMA® arbeite ich aus diesem Grund mit GKS-zertifizierten Edelsteinen.


Geschrieben von Marion Kary, Inhaberin KARYSMA®

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